Tilorien Monastery

Hinweise für Besucher

(If you prefer to read these orientation notes in English, please click here.)

Allgemeine Grundsätze

Willkommen! Tilorien ist ein Meditationskloster für Ordinierte, die die Lehren des Buddha in ihrem Leben umsetzen wollen. Als kontemplative klösterliche Gemeinschaft legen wir gleichermaßen Wert auf Zurückgezogenheit und Harmonie in der Gemeinschaft. Wir freuen uns, dass Sie unser einfaches und stilles Leben, das der Praxis und dem Studium gewidmet ist, mit uns teilen wollen. Wir sind überzeugt, dass Ihr Aufenthalt Ihnen zur Entfaltung eines tieferen inneren Friedens und von mehr Weisheit verhelfen wird. Die Richtlinien, die in diesen Hinweisen für Besucher beschrieben sind, sollen Ihnen dabei helfen. Bitte bemühen Sie sich nach besten Kräften, sich in die Klosterkultur und -routine einzufügen.

Während Sie in Tilorien sind, sei es für ein paar Tage oder ein paar Wochen, sollten Sie sich bewusst machen, dass dies ein einzigartiger Ort ist. Es kann sein, dass wir Dinge nicht so handhaben, wie Sie das vielleicht aus anderen Klöstern oder Retreatzentren kennen oder wie Sie es tun würden, wenn Sie zu entscheiden hätten. Wir bitten Sie, daran zu denken, dass wir alle unterschiedliche Vorerfahrungen haben, und dass unsere Gewohnheiten und Vorlieben verschieden sind. Es ist gut, seine Gewohnheiten und Neigungen zu hinterfragen und einen Sinn für die Tatsache zu entwickeln, dass die körperlichen, sprachlichen und geistigen Handlungen einer jeden Person sich auf die anderen um sie herum auswirken – im positiven Sinn oder auch nicht.

Nehmen Sie solchen persönlichen Unterschieden gegenüber eine heitere und flexible Haltung ein, halten Sie sich an die Anweisungen der Klostergemeinschaft und richten Sie Ihre geistige Energie auf Meditation und Studium aus. Sie finden hier die kostbaren Gaben von Zeit, Raum und Stille für die Praxis und eine Sammlung der frühen buddhistischen Texte, die Sie benutzen können. Nutzen Sie diese Gelegenheit gut, und Ihr Besuch wird für Sie und für alle, mit denen Sie zu tun haben, von großem Nutzen sein.

Die acht Ethikregeln

Alle Gäste, die über Nacht bleiben, leben mit uns nach den acht Ethikregeln. Diese sind:

  1. Keine Lebewesen töten. Das schließt auch Tiere und Insekten ein.
  2. Nichts nehmen, das nicht gegeben wurde.
  3. Keine falsche oder verletzende Rede.
  4. Keinerlei sexuelle Aktivität.
  5. Kein Konsum berauschender Getränke oder Drogen, die zu Unachtsamkeit führen. Hiervon ausgenommen sind ärztlich verordnete Medikamente, die in der vorgeschriebenen Dosis eingenommen werden. Bitte nehmen Sie Ihre verordneten Medikamente während Ihres Aufenthaltes weiter ein.
  6. Kein Essen nach der Mittagszeit. Obwohl wir nach dem Mittagessen keine weitere Mahlzeit mehr zu uns nehmen, gibt es einige Lebensmittel, die bei Bedarf am Nachmittag erlaubt sind, wie Honig, Ghee, Öl, Zucker, Käse, dunkle Schokolade ohne Zusätze oder Misopaste. Wenn Sie aus medizinischen Gründen abends noch etwas anderes benötigen, sprechen Sie uns bitte an, bevor Sie kommen, dann können Sie gegebenenfalls nach Absprache das Nötige mitbringen.
  7. Keine Unterhaltungen, keine Körperverschönerung, kein Schmuck. Das heißt, wir lesen hier keine Romane und nutzen nicht das Internet zur Unterhaltung, und wir benutzen kein Makeup und tragen keinen Schmuck.
  8. Keine hohen oder luxuriösen Schlafplätze benutzen.

Tagesablauf

Da dies ein Meditationskloster ist, ist unser Tagesablauf darauf ausgelegt, soviel Zeit als möglich für die persönliche Praxis und das Studium bereitzustellen.

Frühmorgens

Meditation für sich selbst (optional)

6:00

Gruppenmeditation und Verehrung der drei Juwelen (bitte kommen Sie wenigstens ein paar Minuten vor Beginn der Sitzung)

7:00

Frühstück

7:45

Suttalesung und anschließende Arbeitsbesprechung

8:15

Arbeitsperiode – Arbeitsspende an die Gemeinschaft (beginnt mit dem Abspülen des Frühstücksgeschirrs)

11:00

Mittagessen-Dāna und Abspülen

Ab Mittag

Sofern Sie nicht gebeten wurden, bei etwas zu helfen, steht der Rest des Tages (bis zur abendlichen Gruppenmeditation oder zum Suttakurs, falls das vorgesehen ist) für die persönliche Übung zur Verfügung. Bitte bewahren Sie nach 13:00 im Haus und auf dem Gelände die Edle Stille, um andere nicht zu stören.

(Sa) 16:00

Suttakurs

(Sa) 17:30

Tee und „Erlaubtes“ mit den Ordinierten

(Mo, Mi, Fr) 18:00

Gruppen-Chanting und Meditation (Sie können zum Meditieren in der Halle bleiben, solange Sie möchten; es wird keine Glocke geläutet)

(Sa) 18:00–19:00

Gruppen-Chanting und (geleitete) Meditation

Arbeitspraxis

In der Arbeitszeit von 8.15 bis 11:00 gibt es die gute Gelegenheit, Ihre Hilfe in die Gemeinschaft einzubringen. Es kann sein, dass Sie gebeten werden, in der Küche, beim Reinigen oder im  Garten zu helfen, etwas auszubessern oder auf andere Weise zur Instandhaltung und zum guten Funktionieren des Klosters beizutragen. In der täglichen Arbeitsbesprechung wird besprochen, was zu tun ist und wer damit betraut wird. Es ist gut, sich klar zu machen, dass diese Zeit ein wertvoller Teil der Übung sein kann. Es macht nicht nur froh, wenn man seinen Beitrag leisten kann, sondern es hilft auch, die Achtsamkeit zu entwickeln, und beide Aspekte sind eine großartige Hilfe, um die Meditation voranzubringen.

Reden, Geräusche und Stille

Wir sind eine kontemplative Gemeinschaft, und Stille ist uns sehr wichtig, da sie dabei hilft, Achtsamkeit zu entwickeln und uns nach innen zu wenden, um zu verstehen, was in unserem Herzen und Geist vor sich geht. Zugleich schätzen wir als Gemeinschaft auch die achtsame und heilsame Rede, die zu einem harmonischen Zusammenleben gehört.

Bevor Sie etwas sagen, überlegen Sie bitte kurz, ob es der richtige Moment für ein Gespräch oder für die Übung der Stille ist. Allgemein gesprochen soll die Stille Vorrang haben, aber wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, wo Sie etwas finden, oder sonst eine einfache praktische Hilfe brauchen, scheuen Sie sich bitte nicht, zu fragen.

Wenn Sie etwas ansprechen möchten, das ein längeres Gespräch erfordert, versuchen Sie, eine Zeit abzuwarten, zu der eher geredet wird, wie die Arbeitszeit oder das Abspülen nach dem Mittagessen. Wenn Sie sich mit jemandem unterhalten wollen, fragen Sie die Person, ob sie bereit ist, dazu eine Zeit und einen Ort zu verabreden. Sie können auch stets um ein persönliches Gespräch mit einer der ordinierten Personen bitten, um über Ihre Praxis zu sprechen.

Beachten Sie bitte neben dem Rücksichtnehmen auf die richtige Zeit zum Reden auch, dass das Hauptgebäude sehr hellhörig ist und selbst kleine Geräusche in allen Räumen zu hören sind. Um andere nicht zu stören, ist große Sorgfalt gefragt. Es ist ein großartiges Geschenk an die, die mit Ihnen zusammen üben, wenn Sie bei den täglichen Verrichtungen so wenig Lärm als möglich machen – nehmen Sie es als eine willkommene Gelegenheit, Nicht-Verletzen und Großzügigkeit in verfeinerter Form zu üben.

Praktische Tipps, um weniger Lärm zu machen:

  • Halten Sie sich möglichst genau an den Tagesablauf.
  • Kommen Sie zu einer Gruppenmeditation wenigstens ein paar Minuten vor der Zeit. Sollten Sie zu spät dran sein, lassen Sie diese Sitzung lieber aus und setzen sich stattdessen still in Ihr Zimmer; vermeiden Sie, sich im Haus umher zu bewegen und Geräusche zu machen, während andere meditieren.
  • Wenn Sie sich mit jemandem unterhalten wollen, achten Sie darauf, dass Sie dafür einen Ort wählen, wo Sie niemanden stören.
  • Machen Sie die „sanfte Tür“-Übung, eine humorvolle Achtsamkeitsübung, die hilft, achtsam und in der Gegenwart zu bleiben, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf richten, Türen, Schränke, Schubladen usw. so leise wie möglich zu öffnen und zu schließen, und generell alle Gegenstände so zu handhaben.
  • Wenn Sie außerhalb des Hauptgebäudes untergebracht sind, versuchen Sie, alles, was Sie im Haus tun oder von dort holen müssen, mit so wenigen Gängen wie möglich zu erledigen, indem Sie Dinge miteinander kombinieren.

Der Meditationsraum

Der Meditationsraum ist im oberen Stockwerk des Hauptgebäudes. Er steht Ihnen jederzeit zur Meditation offen.

Bibliothek und Büro

Unsere Sammlung frühbuddhistischer Texte befindet sich im Meditationsraum. Sie können sich während Ihres Aufenthaltes jederzeit eins der Bücher ausleihen. Es gibt eine Liste, in die Sie bitte Ihren Namen eintragen, den Namen des Buches, das Sie ausleihen, und das Datum der Ausleihe sowie der Rückgabe. Wenn Sie ein Buch mitnehmen, merken Sie sich bitte, wo Sie es weggenommen haben, und stellen Sie es an den gleichen Platz zurück. Denken Sie bitte daran, das Buch vor Ihrer Abreise zurückzugeben.

Das Büro ist für klostereigene Angelegenheiten. Betreten Sie es bitte nur, nachdem Sie von einem Langzeitmitglied der Klostergemeinschaft dazu aufgefordert wurden.

Weiser Gebrauch von Ressourcen

Alles, wovon wir in diesem Kloster leben, wurde gespendet, daher ist es besonders wichtig, alle Ressourcen mit Respekt und gebührender Sorgfalt zu benutzen und möglichst nichts zu verschwenden. Betrachtungen über Genügsamkeit sind ebenfalls ein wertvoller Übungsaspekt.

Die Küche

Die / der Küchenmanager/in entscheidet, welche Lebensmittel zu einer bestimmten Mahlzeit serviert werden. Wenn Sie beim Kochen helfen, folgen Sie bitte ihren / seinen Anweisungen; sie / er kennt die diätetischen Einschränkungen der Gemeinschaftsmitglieder und weiß, welche Lebensmittel verbraucht werden müssen, damit sie nicht verderben. Wenn Sie gerne etwas Bestimmtes zubereiten möchten, können Sie das selbstverständlich mit der / dem Küchenmanager/in besprechen.

Wasser

Bitte gehen Sie sehr sparsam mit Wasser um und vermeiden Sie unnötigen Verbrauch.

Energie- und Heizkosten sparen

Unser Hauptgebäude ist ein Niedrigenergiehaus, das den Luftstrom automatisch reguliert. Das eingebaute Ventilationssystem gewinnt von der ausströmenden Luft Wärme zurück und erwärmt die einströmende Luft und gewährleistet so die bestmögliche Energienutzung. Bitte halten Sie die Fenster bei kaltem Wetter geschlossen. Wenn Sie wegen eines schlechten Geruchs lüften müssen, denken Sie daran, die Fenster nach ein paar Minuten wieder zu schließen.

Einsparen anderer Ressourcen

Bitte schalten Sie alle Lichter usw. aus, wenn Sie einen Raum verlassen; das hilft, unsere Rechnungen möglichst niedrig zu halten. Wenn Sie das Internet nutzen müssen (z. B. während der Arbeitszeit, zum Studium oder aus praktischen Gründen), denken Sie bitte daran, dass unser monatliches Datenvolumen begrenzt ist und datenintensive Inhalte möglichst zu vermeiden sind, besonders an Werktagen zwischen 6:00 und 18:00 Uhr.

Kerzen und Räucherwerk (Weihrauch)

Aus Brandschutzgründen bitten wir Sie, in Ihren Zimmern keine Kerzen anzuzünden oder sonstwie offenes Feuer zu machen. Benutzen Sie bitte auch kein Räucherwerk. Mitglieder der Klostergemeinschaft von Tilorien sind allergisch gegen Räucherwerk, und der Geruch oder Rauch können gesundheitliche Probleme verursachen.

Wäsche

Wenn Sie eine Woche oder kürzer bleiben, waschen Sie bitte keine Wäsche, um Wasser zu sparen. Wenn Sie länger bleiben, achten Sie bitte darauf, nicht öfter als nötig zu waschen – höchstens einmal pro Woche. Es ist für uns sehr hilfreich, wenn Sie eigene Handtücher und Bettwäsche oder Schlafsack mitbringen und Ihre Sachen dann zu Hause waschen, so dass wir nichts zu waschen haben, wenn Sie abreisen. Wenn Sie aber Bettwäsche und Handtücher des Klosters benutzen, waschen Sie sie bitte, bevor Sie abreisen.

Rauchen

Rauchen ist nirgends auf dem Klostergelände erlaubt.

Sicherheit

Viele der hiesigen Zecken überträgt Borelliose. Untersuchen Sie sich täglich auf Zecken, und entfernen Sie sie so bald als möglich.

Haustiere

Haustiere dürfen nicht ins Kloster mitgebracht werden.

Sanghabereich

Die Klostergemeinschaft von Tilorien teilt gerne ihre Räumlichkeiten mit Ihnen und gibt Ihnen Gelegenheit, die Buddhalehre in dieser Gemeinschaft zu praktizieren. Respektieren Sie bitte die Privatsphäre der Gemeinschaftsmitglieder und betreten Sie nicht deren private Schlafzimmer.

Fotos

Bitte fragen Sie, bevor Sie Mitglieder der Gemeinschaft oder Besucher des Klosters fotografieren. Die Klostergemeinschaft macht gelegentlich Fotos für unseren elektronischen Newsletter, unsere Facebook-Seite oder sonstige Medien, mit denen wir die Aktivitäten des Klosters bekannt machen. Wenn Sie nicht fotografiert werden möchten, sagen Sie uns bitte Bescheid.

Dāna – Übung der Großzügigkeit

Für Ihren Besuch fällt KEINE Bezahlung an. Ihr Aufenthalt wird durch freundliche Spenden anderer ermöglicht, die, inspiriert von dieser klösterlichen Gemeinschaft, einen Beitrag geleistet haben. Ebenso wie diese Spender Sie mit ihrem Beitrag unterstützt haben, können Sie nun das Gleiche für andere tun.

Wie für jeden Haushalt und jede Organisation fallen auch für das Kloster Kosten an für Essen, Grundsteuern, Feuer- und Haftpflichtversicherung, Autoversicherung, Autoreparaturen und Kraftstoff, und wir erhalten monatliche Rechnungen für Wasser, Strom, Telefon, Internet, Bürobedarf, Abfallentsorgung und Recycling, und dazu kommen noch laufende Bau- und Instandhaltungsarbeiten. Erwägen Sie bitte, das Kloster Tilorien zu unterstützen, so dass wir uns weiterhin der gelebten Praxis der Buddhalehre widmen und denen, die uns besuchen wollen, ermöglichen können, das Klosterleben kennenzulernen. Sie können einen monatlichen Dauerauftrag an die auf unserer Webseite angegebene Bank einrichten oder eine einmalige Spende geben, je nach Ihren Möglichkeiten und Wünschen.

Möge Ihre Großzügigkeit Ihnen lange Zeit zu Glück verhelfen, und möge sie dazu beitragen, die Gabe des Dhamma für all die bereitzustellen, die mit dem Kloster Tilorien in Kontakt kommen.

Schlussbemerkung

Wir hoffen, dass Sie einen wunderbaren Aufenthalt haben und dass Ihr Besuch Ihnen auf Ihrem Weg viel Segen bringt. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben oder wenn es etwas gibt, womit wir Ihnen helfen können, diese Zeit des Rückzugs und des Eintauchens ins Klosterleben bestmöglich zu nutzen.

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